Sonnenhofanwohner gehen in die Offensive
Klage beim Verwaltungsgericht wurde eingereicht
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Köln-Worringen/Sonnenhofsiedlung
Es hat sich am Sonnenhof nicht viel bewegt in jüngster Vergangenheit, zumindest nicht in positivem Sinne. Seit den ersten Erdarbeiten für die 34 Stellplätze der Auenhof-Wohneinheiten sind einige Wochen vergangen, aber die Anwohner am Sonnenhof sind nach wie vor gefrustet. Zumindest hat sich zwischenzeitlich -nach sechs Wochen- Baudezernent Bernd Streitberger veranlasst gefühlt, das Schreiben von Bezirksbürgermeister Jürgen Kircher zu beantworten.

Hierin stellt Streitberger klar, dass es keine öffentlich rechtlichen Gründe gebe, das Bauvorhaben Auenhöfe nicht zu genehmigen. Auch reger Baustellenverkehr sei kein Grund, eine Baugenehmigung zu verweigern. Dies ist alles auch noch nachvollziehbar und Sonnenhofanwohner  Axel Frieling und seine Mitstreiter legen Wert auf die Feststellung, dass die Klage beim Verwaltungsgericht Köln sich nicht gegen das Projekt als Ganzes, sondern lediglich gegen die Zuwegung richtet. Hier beruft sich Streitberger einfach auf die  StVO, nach der die Autofahrer schuld sind, wenn etwas passiert. Hier schreibt er u. a.: „Eine mögliche Gefährdung für spielende Kinder durch zusätzlichen Verkehr kann zwar nicht generell

ausgeschlossen werden. Jedenfalls ist der einzelne Kraftfahrzeughalter nach der StVO selbst verantwortlich, um eine Gefährdung von Personen in diesem verkehrsberuhigten Bereich auszuschließen.“ So einfach kann man es sich natürlich auch machen und besonders solche Argumentationen sorgen bei den Sonnenhofanwohnern für Kopfschütteln. Auch dass die kritischen Einschätzungen von Polizei und Straßen- und Verkehrsamt bei den Vertretern der Stadt völlig unberücksichtigt bleiben, kann Axel Frieling nicht nachvollziehen.
„Bezeichnend ist, dass niemand von den genehmigenden Behörden sich hier vor Ort einmal der Sachlage stellt. Wenn sich der Verkehr an unserer Straße vervielfacht, wird es unweigerlich zu weiteren Unfällen kommen, zumal die Polizei hier nicht kontrollieren kann.“ kommentiert Frieling die Passivität der Behörden.

Verärgert ist man auch, dass alle vorgeschlagenen Alternativvorschläge nicht genügend Beachtung finden. Die Möglichkeit über eine Zufahrt von Westen her, wurde vom Besitzer des Hauses verworfen, in dem u. a. eine Zahnarztpraxis ist und der eine Garage hätte abreißen müssen. Aus der Sicht des Hausbesitzers ist das nachvollziehbar, denn dann hätte er den Verkehr in seinem Hof gehabt. Hinzu wäre gekommen: Wer hätte das bezahlen sollen? Der Investor, die Sonnenhofanwohner? „Denkbar, so Axel Frieling, wäre auch eine Tiefgarage, wie sie in früheren Planungen schon einmal vorgesehen war.“ Die letztendlich einfachste Lösung, nämlich die Zufahrt durch das eigene Hoftor an der St.Tönnisstraße, wird vom Investor wohl absichtlich nicht in Erwägung gezogen, denn der Innenhof soll für die künftigen Käufer und Mieter schön und ruhig sein. Es ist ja schließlich eine Wohnanlage gehobenen Anspruchs. Wer holt sich schon selbst Autoverkehr in seine Anlage, wenn das Problem anders und zu Lasten anderer gelöst werden kann.

Auch auf die Bezirksvertretung ist Axel Frieling mittlerweile nicht mehr gut zu sprechen. „Es ist kein Wunder, dass die Stadt solche Parlamente nicht ernst nimmt“. Auch dass Anfragen vom November 2008 von der Worringer Ratsfrau Dagmar Paffen an die Verwaltung nicht beantwortet werden und dass der ausdrückliche Wunsch der Bezirksvertretung, die Zufahrten anders zu regeln, missachtet wird, ist für die Sonnenhofanwohner nicht nachvollziehbar.
Diese Ignoranz und Halbherzigkeit seitens Verwaltung und Politik sind es, die die Anwohner der Heinrich-Gellissen-Straße  beklagen und somit gab es für die Anwohner, denen es in erster Linie um die Sicherheit ihrer Kinder geht, keinen anderen Ausweg mehr, als die Justiz einzuschalten.

Am Sonnenhof ist somit eine weitere Runde eingeläutet und bis diese Runde beendet ist, könnte noch viel Zeit vergehen.

WorringenPur.de/08.07.2009 (hm)
Bericht: Jakob Mildenberg
Fotos: Thomas Bongartz
Internetbearbeitung: Wpur