Bundesverdienstkreuz für Elio Pulera
OB Jürgen Roters empfängt den verdienten Worringer Bürger im Historischen Rathaus
"Alles Große in unserer Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut, als er muss"
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Köln/Historisches Rathaus
Der in Italien geborene und in Worringen lebende Elio Pulera empfing am Dienstag dieser Woche aus den Händen von Oberbürgermeister Jürgen Roters eine der höchsten Auszeichnungen für seine Verdienste und sein soziales Engagement für Menschen in der Bundesrepublik Deutschland.

Im historischen Hansasaal gratulierte OB Roters insgesamt sechs Kölner Bürgern, die von  Bundespräsident Horst Köhler mit Verdienstorden und Urkunden ausgezeichnet wurden. Reinhold Campinge aus Köln-Deutz, Werner Hirschler aus Köln-Altstadt/Süd, Elio Pulerá aus Köln-Worringen, Margret Schneider aus Köln-Vingst und Renate Sokoll aus Köln-Weiden erhielten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt Eva Zobel aus Köln-Flittard.

"Alles Große in unserer Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut, als er muss", zitierte OB Roters Hermann Gmeiner, Gründer der SOS Kinderdörfer. In seiner Rede umschrieb Roters nicht nur den Lebenslauf der einzelnen Ausgezeichneten, sondern zugleich auch deren unermüdliches Engagement, das sich bis zum heutigen Tage stets um das Wohl anderer drehte.  „Sie haben um vieles mehr getan, als Sie mussten, und damit Großes und Schönes für viele Menschen und zum Wohle unserer Stadt und unseres Landes vollbracht. Es sind Menschen wie Sie, die Köln ein Gesicht geben. Menschen mit Gestaltungskraft und Kreativität, mit Visionen, die die Mühen der Umsetzung nicht scheuen. Menschen, denen Sie mit Ihrem Wirken in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen bleibende Spuren hinterlassen haben!“, so Roters. Elio Pulera sei einer der Menschen in Köln, die über Integration nicht nur reden, sondern sie auch vorleben.

Puleràs außergewöhnlichen Lebensweg beschrieb Roters wie folgt:
Elio Pulerà wurde am 10. Januar 1946 in Maierato (Provinz Vibo Valentia) - seine Ehegattin Dorothea Parczyk-Pulerà  am 14.04.1952 in Piekari geboren. In den 60er Jahren kam er als Gastarbeiter nach Köln und wurde von der Bayer AG Dormagen angestellt. Er hat drei Kinder: Andrea Pulerà ( verh. Zetzmann) geb. am 26.05.1968, Franco Pulerà geb. am 24.09.1973 und Teresa Pulerà geb. am 24.09.1973.

Als Mitglied der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) engagierte er sich bei seinem Arbeitgeber von 1990 bis 1994 im Betriebsrat der Bayer AG in Dormagen. Nach der Ausgliederung der Bayer Faser GmbH gehörte er hier von 1994 bis zum Jahr 2003 dem Betriebsrat an und hatte 2002/03 die Funktion des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden inne; während dieser Zeit war er freigestellt. Elio Pulerà engagierte sich insbesondere für seine ausländischen Kollegen sowie für den Erhalt von Arbeitsplätzen. Von 1994 bis 1999 war er zudem gewählter Vertrauensmann des Betriebes. Anfang der 1970er Jahre gründete er die italienische katholische Arbeitnehmerbewegung „Associazioni Cristiane Lavoratori Italiani“ (A.C.L.I.) in der Pfarrgemeinde St. Pankratius Köln-Worringen und steht dieser seither vor. Er organisiert Veranstaltungen und Ausflüge, um seinen Landsleuten Deutschland näherzubringen. Auf Grund seiner Initiative wurde zudem das „Comitato Italiano“ in Worringen gegründet, eine Gemeinschaft von Italienern, die nunmehr seit über 30 Jahren am Rosenmontagszug in Worringen teilnehmen. Durch sein Engagement hat Elio Pulerà es geschafft, dass die Italiener in Worringen nicht zu einer geschlossenen Bevölkerungsgruppe wurden, sondern sich im Stadtteil integrierten.

Seit 1980 betreut er italienische Häftlinge in den Justizvollzugsanstalten Rheinbach und Willich. Dort kümmert er sich um die Modalitäten der Abschiebung von Italienern und setzt sich für eine mögliche Überstellung der Häftlinge in das Heimatland zur dortigen Verbüßung der Strafe ein. Er vermittelt bei sprachlichen Kommunikationsproblemen oder bringt sich bei der Organisation von konsularischen Besuchen ein.
Auch die Vorbereitungen und Durchführungen von Weihnachtsfeiern werden von ihm unterstützt. Seit 1982 ist Elio Pulerà Korrespondent des Italienischen Generalkonsulats Köln und organisierte in dieser Funktion Hausaufgabenhilfen insbesondere an Grund- und Hauptschulen. Darüber hinaus ist er seit 1982 Mitglied des Vorstandes der Vereinigung der Kalabrier in Deutschland, seit 1986 als deren Vorsitzender. Im Jahr 2005 betreute er  auf dem Weltjugendtag mehrere Pilgergruppen aus Italien (WorringenPur berichtete).

Für seine Verdienste wurde er bereits 2001 und 2003 mit der staatlichen Auszeichnung der Republik Italiens „Cavaliere al Merito della Repubblica Italiana“ (Ritter der Republik Italiens) sowie „Stella al Merito del Lavor della Repubblica Italiana“ ausgezeichnet.

Nach dieser langen Auflistung der Verdienste von Elio Pulera, deren Kürzung der Redaktion WorringenPur unangemessen schien, übergab OB Roters an Elio Pulera das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der BRD und gratulierte ihm sowie seiner Familie, die zu recht

Die Familie freut sich mit Pulera
Elio Pulerà mit Familie
und OB Roters


v. li.: Reinhold Campinge, Werner Hirschler, Elio Pulerá, OB Jürgen Roters,
 Margret Schneider, Renate Sokoll und Eva Zobel


v. li.: Detlef Friesenhahn, OB Jürgen Roters, Elio Pulerà, der stellv. Bezirksbürgermeister Kircher u. der Vorsitzende des Worringer BV Bernd Jansen

stolz auf ihn sein darf. Roters zeigte sich ebenso beeindruckt von Puleràs Auszeichnung zum “Ritter der Republik Italiens”, die ihm Jahre zuvor in Form eines weiteren Verdienstkreuzes verliehen worden war. “So sieht ein echter Ritter aus!”, sagte Roters und ließ sich diesen Orden noch einmal von Pulerà zeigen.

Die Anregung zu dieser Auszeichnung ging von Detlef Friesenhahn (SPD-Ortsverein) aus und wurde von Dr. Walter-Borjans sowie dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister Jürgen Kircher seinerzeit unterstützt. Zu der hohen Auszeichnung gratulierten neben den vorgenannten Herren auch der Bürgervereinvorsitzende Bernd Jansen mit Ehegattin, Freunde und Familie sehr herzlich.

Einer hohen Verleihung dieser Art geht stets eine sorgfältige Prüfung des Ehrungs-Vorschlags voraus. Im Fall von Elio Pulerà wurde bereits im Mai 2007 der Vorschlag zur Ehrung bei den entsprechenden Stellen eingebracht. In dieses Verfahren sind die Landesregierung NRW, die Bezirksregierung Köln, die Stadt Köln und bei ausländischen Bürgern, wie Elio Pulera, das Bundesaußenministerium eingebunden. Viele Referenzen wie z. B. vom Bürgerverein Worringen, dem Festkomitee Worringer Karneval, dem italienischen Komitee, der katholischen Pfarrgemeinde St. Pankratius, dem italienischen Konsulat in Köln etc. wurden eingeholt. Das Ergebnis aller Antworten war nun die Ehrung im Historischen Hansasaal, den an diesem Tag eine besondere Aura für einen besonderen Menschen umgab – Elio Pulerà aus Köln-Worringen. 

WorringenPur.de/13.11.2009
Bericht und Fotos: Heike Matschkowski