Erneuter Raubüberfall am Krebelspfad
Worringer erlitt schwere Kopfverletzungen

Köln-Worringen
Es ist Kirmesmontag und fünf ältere Damen gehen in den Abendstunden über den Krebelspfad Richtung Heimat. Hinter dem Vereinshaus wurden die Damen von zwei Jugendlichen auf dem Rad überholt, umkreist und dann fuhren diese weiter und verschwanden zunächst. Auf der Krebelspfad in Worringen Höhe FriedhofHöhe der großen Mehrfamilienhäuser am Friedhof, tauchten diese plötzlich zwischen Gebüsch und Mülltonnen auf und entrissen einer der Damen die Handtasche mit komplettem Inhalt, wie Papiere, Kreditkarten etc. Die Damen waren, wenn auch unverletzt, sehr geschockt und riefen die Polizei, um Anzeige zu erstatten.

Weniger Glück hatte am 31. Oktober ein 60-jähriger Worringer, der in den frühen Morgenstunden, ebenfalls über den Krebelspfad, den Heimweg antreten wollte. Plötzlich tauchte in Höhe des Vereinshauses eine Gestalt aus dem Gebüsch auf und sprach ihn an. Bevor er antworten konnte, wurde er von einem weiteren von insgesamt mindestens drei Tätern, mit einem Kantholz niedergeschlagen und im weiteren Verlauf von mehreren Tätern derart traktiert, dass er 24 Stunden in der Notaufnahme der Uni Klinik behandelt werden musste. Ein Gesichtsknochenbruch über dem Auge sowie mehrere schwere Platzwunden am ganzen Kopf waren die Folge. Auch bei diesem Opfer, das sich weiterhin in ärztlicher Behandlung befindet, sitzt der Schock tief und wie bei den fünf Damen, möchte er nicht namentlich erwähnt werden. Zwar wurden ihm in der Folge noch alle Papiere -nicht aber das Handy- gestohlen, aber wie er später aussagte „wollten die bewusst einfach nur draufknüppeln“.

Weitere Recherchen von WorringenPur ergaben, dass bereits zur Karnevalszeit ein Krebelspfad_Höhe_Vereinshausweiterer Worringer an gleichen Stelle wie die fünf Damen nur knapp einem ähnlichen Schicksal entgangen ist. Mindestens sieben Personen stellten ihn mit der üblichen Frage nach Feuer und bevor der erste Täter zuschlagen konnte, hörte er eine Stimme aus dem Hintergrund, die rief: „Lasst` den in Ruhe, den kenne ich.“ Heute weiß dieser Worringer Pensionär, welches Glück er in diesem Moment hatte.

Auffallend einig sind sich alle Opfer in diesen drei Fällen. Es handelt sich nach Aussagen aller Betroffenen um Jugendliche im geschätzten Alter von 17 - 20 Jahren.  Da tauchen mehrere Fragen auf, deren Antworten nicht leicht zu finden sind. Wer sind diese unglaublich brutalen Jugendlichen und woher kommen sie? Warum gibt es nie Zeugen? Warum erfährt man von diesen Taten erst etwas, wenn es die Opfer selbst publizieren? Warum wird vor diesen Tätern nicht gewarnt? Was macht die Polizei und was macht die Politik?

Um diese Fragen beantworten zu können, hat die Redaktionsleitung von WorringenPur die zuständigen Polizeibehörden des Kölner Nordens sowie die für Worringen gewählten Ratsmitglieder (Birgitta Nesseler-Komp und Dagmar Paffen) und Bezirksbürgermeisterin (Cornelie Wittsack-Junge) um eine Stellungnahme gebeten, verbunden mit einem Fragenkatalog zu diesem Thema. Sobald es aus diesem Personenkreis eine Stellungnahme gibt, werden wir diese in WorringenPur veröffentlichen.

Bis dahin gilt vorerst für die Worringer Bürger, besonders in den dunklen Tageszeiten, ein waches Auge zu haben, wenn es über Wege geht, die schwer einzusehen, schlecht beleuchtet oder einsam sind. Auf die kommenden Stellungnahmen und Hilfen für die Bürger dürften die Worringer jedenfalls sehr gespannt sein.


WorringenPur.de/08.11.2010 (hm)
Bericht:  Jakob Mildenberg
Fotos: Heike Matschkowski