Die Flüchtlingsfrage in Roggendorf/Thenhoven

Als die Ankündigung der Stadt Köln, die Turnhalle der Kath. Grundschule Gutnickstr. zu einer Flüchtlingsunterbringung umzufunktionieren, langsam in Teilen der ansässigen Bürgerschaft eingesickert, besprochen oder gar sehr ausführlich besprochen wurde, da hat sich in dem eher ruhigen Roggendorf/Thenhoven, abgekürzt R/T, etwas bewegt.

Es waren wohl überwiegend Sorgen, insbesondere die absehbaren Konfliktherde, die im Umfeld der Grundschule, in der städtischen Kindertageseinrichtung Gutnickstr., in den Elternhäusern der Kinder, in dem Spiel- und Sportverein (SSV) etc. zur Sprache kamen. Der Bürgerverein R/T wurde aktiv; die Schulpflegschaft trat zusammen. Eine spontane Unterschriftenaktion vor ca.14 Tagen, initiiert von der Schulpflegschaft, ergab bereits 230 Unterschriften. Man traf sich, legte sich besonnen auf eine Meinung fest.

Es ging nicht darum, dass man gegen eine sinnvolle Unterkunft für die hilfesuchenden Flüchtlinge war. Es ging um die Fragen, ob die Turnhalle im Ort mit ihrer sozialen Einbindung, ihrem Pausenhof direkt an der Turnhalle gelegen und der bekannten prekären Verkehrs- und Parkplatzsituation insbesondere für Eltern und Kinder geeignet sei. Kinder hätten geringere Sport- und Spielmöglichkeiten. Die notwendigen künftigen Zäune als Begrenzungen könnten zu gefährlichen Kletterspielgerüsten für Kinder werden. Die strittigen Punkte hatte der Bürgerverein der Stadt Köln vorgetragen. Ohne Ergebnis.

Die städtische Vorentscheidung wurde jedoch jüngst-  nach einer erneuten Begehung der Turnhalle durch städtische Mitarbeiter - erstmals infragegestellt. Mit der Warmwasseranlage sei etwas nicht in Ordnung, hieß es von Seiten der Stadt Köln. Aufatmen, vielleicht doch noch etwas zu früh, wird es bei vielen Bürgerinnen und Bürgern geben. Denn es würde, um es zu betonen - wohl tatsächlich Konflikte durch allzu große örtliche Nähe der Flüchtlingsunterkunft im Bereich der Grundschule geben.

Nun ist erstmal alles offen, Zeit fürs Nachdenken. Nun können wir Bürger nicht nur nach-, sondern auch vorausschauend mitdenken.

  • Wollen wir uns mehr für das Thema „Flüchtlingsunterbringung in R/T“interessieren?
  • Können wir mit dafür Sorge tragen, dass mehr Menschen aus unserem Ort künftig an dem Aufbau einer Flüchtlingsunterkunft aktiv beteiligt sind?
  • Nehmen wir die Erfahrungen aus anderen Flüchtlingseinrichtungen an, dass die Arbeit zu neuen Kontakten, interessanten Gesprächen und neuem Wissen führt?
  • Wäre es nicht sinnvoll, mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern z.B. aus Worringen Kontakt aufzunehmen? Gespräche führen, aus ihren Erfahrungen lernen?

Das wäre doch was!


WorringenPur.de/04.03.2016
Bericht & Foto: Elisabeth Pieper-Jannicke
mit freundlicher Unterstützung des Bürgervereins R/T
und der Schulpflegschaft der kath. Grundschule Gutnickstr.
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski