Nervenzehrendes Warten auf die Bebauung des Hallenbad-Grundstücks
Scheitert der Verkauf an den Vorlagen?

Köln-Worringen
Die Bebauung des SG-Grundstücks, auf dem das abrissreife Schwimmbad steht, lässt noch immer auf sich warten. Der Stadtentwicklungsausschuss hat in seiner letzten Sitzung mehrheitlich mit den Stimmen der SPD und der Grünen/Bündnis90 gegen die Stimmen der CDU den Vorschlag abgelehnt, ein Bebauungsplanverfahren für das Grundstück des ehemaligen Hallenbads in Worringen einzuleiten. Der Verkauf des Grundstücks an den interessierten Investor, der darauf 24 zweigeschossige  Einfamilienhäuser in drei Reihenhauszeilen mit Carport und zugehöriger privater Erschließung bauen lassen wollte, scheint damit vorerst gescheitert. Denn damit konnte der Grundstücksverkauf weder auf der letzten Bezirksvertretersitzung in Chorweiler noch im Stadtrat thematisiert werden.

„Das ist ein  völlig normaler Vorgang“, erklärt Dagmar Paffen, SPD-Mitglied im Kölner Stadtrat (jedoch nicht Mitglied im Stea). Der Grund für die Ablehnung des Stea ist, dass der Investor sich mit dem Wunsch einer dreireihigen Bebauung nicht an den gültigen Bebauungsplan gehalten hat, der erst nach langen Verhandlungen mit den Grünen verabschiedet worden war. Eine Änderung des Bebauungsplans nach den Wünschen des Investors wäre mit den Vorstellungen der Grünen nicht einvernehmlich. Das Grundstück zur Bebauung endet direkt hinter dem Schwimmbad, das Wäldchen und auch der Sportplatz sollen laut Plan von der Bebauung ausgeschlossen bleiben.

 „Um den Fortbestand der SG zu gewährleisten, ist ein Verkauf des Grundstücks unerlässlich. Dessen bin ich mir bewusst  und ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass das Grundstück vermarktet werden kann, aber der Erhalt des Sportplatzes hinter dem Schwimmbad muss sichergestellt bleiben. Zu Gesprächen über die Machbarkeit des Einen wie des Anderen bin ich jederzeit bereit.
Eine meiner letzten Aussagen war u. a. der Erhalt der SG. Das ist mir wichtig und dazu stehe ich“, so Stadträtin Dagmar Paffen in einem Gespräch mit WorringenPur.

Viele sehen nun einen Neustart des insolventen Sportvereins, der als größter im Kölner Norden gilt,  in die Ferne rücken, wenn nicht schnellstens das Grundstück verkauft wird. Doch, welche Gründe gab es für die Ablehnung des Vorschlags im Stea? Dazu erhielt die Redaktion WorringenPur von Frau Barbara Moritz (Die Grünen/B’90, stellvertretende Vorsitzende im Stadtentwicklungsausschuss) folgende Stellungnahme:
„Die vorgestellte Bebauung fügt sich nicht in die vorhandene Bebauung ein. Sie ist zu massiv, da sie zu tief in die Fläche, Richtung Worringer Bruch geht.  Wenn diese Bebauung in die Tiefe erlaubt wird, kann man  den anderen Grundstückseignern nicht verwehren, ebenso weit in die Fläche hinein zu bauen. Es werden überdimensionierte Verkehrswege  angelegt. Die Fluchtlinie der vorhandenen Bebauung (Anordnung der Häuser zur Straße hin) wird nicht aufgenommen, sondern stattdessen sollen dort carports angesiedelt werden, was die Gestaltung der Straßenansicht enorm stören würde. 
 Wir könnten uns hier allenfalls eine Bebauung vorstellen, die in der bereits vorhandenen Art straßenbegleitend und 1-zeilig ist, sich also nicht störend in das Umfeld einfügt“.

Informationen von der SG, ob der Investor vom Kauf endgültig Abstand genommen hat oder sich eine geänderte Bebauung zu den bereits beschlossenen Vorlagen doch noch vorstellen kann, lagen WorringenPur bei Redaktionsschluss nicht vor.

WorringenPur.de/13.05.2009
Bericht und Foto: Heike Matschkowski