„Fröher wor alles anders“
Heimatarchiv begeisterte mit Geschichten und Fotos aus 2 Jahrhunderten
Fotogalerie!

Köln-Worringen
Große Zufriedenheit an beiden Vortragsabenden, gab es bei den verantwortlichen Mitarbeitern des Heimatarchivs, die in die Vergangenheit des Worringer Ortsgeschehens führten und ein großer Erfolg beim Publikum wurden. Vorsitzender „Jupp“ Heinz, der für die Texte seiner „Verzällchen und Anekdötchen“ verantwortlich zeichnet, sowie die für die Technik zuständigen Mitarbeiter Jürgen Lange und Walter Bröder, haben nach vielen Stunden Vorbereitung und dem Aufbau im Sankt-Tönnis-Haus den zahlreichen Zuschauern zwei kurzweilige Abende geboten. Der Dank an die Mitarbeiter des Archivs, die Verwalter von über 10.000 Fotografien und 12.000 Dokumenten und Schriftstücken sind, war somit aus mehreren Gründen angebracht.

„Den Abend möchte ich Josef Gödecke widmen“, begann Jupp Heinz seinen Vortrag, denn Josef Gödecke hat sich um die Geschichte Worringens und deren Erhalt sehr verdient gemacht und viele Dinge und Informationen aus der Worringer Geschichte ist der Zuarbeit von Josef Gödecke zu verdanken, der im Jahre 2008 im Alter von 83 Jahren verstarb.
Zahlreiche alte Geschichten und Fotos aus zwei Jahrhunderten wurden von Jupp Heinz in gewohnt souveräner Art und Weise präsentiert. Einige Zuschauer der 70-Plus Generation fühlten sich oft in die alte Zeit zurück versetzt und erinnerten sich noch gut an Worringer Originale wie den erst kürzlich verstorbenen „Lutze Ludwig“, der über Jahrzehnte eine Größe im Worringer Karneval war und den Satz geprägt hat: „Mer künne üvver alles laache, nur nit met jedem“, oder Werner Stüdli, in Worringen nur als „Starfighter“ bekannt, der in den 60er/70er Jahren im Worringer Bruch die Deponie betreute und dort auch sehr bescheiden mit seinen Hühnern, Kühen etc. wie ein Eremit lebte. Den Namen Starfighter gab man ihm, weil er ständig aus den Worringer Kneipen flog und das auch immer wieder einmal im Tiefflug, wenn einem Wirt endgültig der Kragen platzte.


Keine Zeitzeugen gab es mehr, als über den Beginn des 19. Jahrhundert gesprochen wurde. Es war die Zeit als die Dampfschifffahrt den Rhein eroberte und die Worringer aus Sorge um ihre Existenz die Schiffe mit Steinen bewarfen oder gar beschossen. Generell begeisterte das Thema der alten Worringer Berufe die Anwesenden, denn dass es in Worringen eine große Kettenschmiede, Korbmacher, kleine Familienbrauereien und sieben Ziegeleien alleine auf der St.-Tönnisstraße gab, ist nur den ganz alten Worringern noch bekannt. Genau diese Geschichten aus dem Berufsleben der Worringer, womit sie ihren Lebensunterhalt bestritten und wie man in dieser Zeit lebte und wohnte, kamen bei den Zuhörern sehr gut an. Interessant waren auch die Informationen über die in Worringen gängigen Spitznamen bestimmter Familien oder Originale, deren amtliche Namen nur selten benutzt wurden.
Ausgiebig wurde auch über das Worringer Vereinsleben referiert, hier natürlich vorrangig über den Worringer Fastelovend und dessen Geschichte, aber auch alte Fotos vom Schwimmverein und der Feuerwehr wurden schmunzelnd bestaunt.
Immer wieder musste Jupp Heinz, der bei seinen Anekdötchen oft Zeit und Raum vergisst, auf die Uhr schauen, denn er hatte viel mehr zu erzählen, als es die Zeit hergab.
Trotz des fast dreistündigen Programms kam nie Langeweile auf und bis zum Ende der Veranstaltung lauschten alle Zuhörer den Ausführungen, und die Lautstärke des  abschließenden Applaus` bestätigte, dass die Verantwortlichen des Heimatarchivs mit derartigen Vorträgen immer wieder ins  Schwarze treffen. Der Bedarf an derartigen Veranstaltungen ist nach wie vor da und diese können den Worringern immer wieder empfohlen werden; und die nächste kommt bestimmt.


WorringenPur.de/27.03.2018
Bericht: Jakob Mildenberg
Fotos: Heimatarchiv Köln-Worringen und Jakob Mildenberg
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski