Integration ist keine Einbahnstraße
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Köln-Worringen
Es ist eigentlich nur eine kleine Randnotiz nach dem großen Worringer Karnevalsgeschehen. Sie zeigt aber, wie das Worringer Brauchtum auch bereits bei unseren „Neuen Nachbarn“ angekommen ist.

Dass Kinder und Jugendliche die ersten sind, die sich als Fremde in eine Gesellschaft integrieren, ist erfreulich. Und so ist es nicht verwunderlich, dass einige Kinder aus dem Wohnheim wie im vorigen Jahr Interesse hatten, an einer Kindersitzung teilzunehmen. Uschi Kircher nahm sich ihrer an, besorgte ein paar Freikarten von der Großen Karnevalsgesellschaft und begleitete die Kinder. Wenn das keine I

ntegration ist.

Ein weiteres Beispiel: Bei einer Schmückgemeinschaft (Werner Feld / Lievergesberg) wurde kurz vor Karneval Hilfe gebraucht. Die war schnell gefunden: Aziza, Hassan, Abdelah und Reza halfen dabei, mehrere hundert Luftballons aufzupusten und dekorativ zusammenzubinden. Natürlich ohne Bezahlung, die sie ablehnten. Eine kleine Belohnung gibt es trotzdem in Form eines speziellen Köln-Besuches.

Ganz ins Innerste des Worringer Karnevals ist sogar ein syrischer Neubürger gelangt. Die KG Närrische Grielächer hat ihn in ihre Reihen aufgenommen und „George“ getauft. Natürlich musste George auch eingekleidet werden mit dem üblichen „Karnevals-Ausgeh-Anzug“ der KG Närrische Grielächer. Es passte der Zweitanzug aus einem Kleiderschrank und auch die „alte“ Mütze wurde ausgeliehen. Damit war sowohl das Gemeinschaftsfoto der KG für das Prinzenheft gesichert, als auch die Beteiligung an den Empfängen und Umzügen mit dem Prinzen. Bernd Jansen, Mitglied der Närrischen Grielächer und aktiv im „NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen“, ergänzte schmunzelnd: „Auch wenn hier noch manche Rituale unbekannt sind: Alles wird erklärt, Hauptsache mitmachen!“ Dass George auch im Kirchenchor von Roggendorf/Thenhoven mitsingt und sich bei der Gemeinderatswahl als Kandidat aufstellen ließ, rundet das Bild ab.

Integration ist eben keine Einbahnstraße!


WorringenPur.de/15.03.2018
Bericht & Fotos: Hans Bernd Nolden
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski