Schützen gestalten ihr Heimatfest um
Das Fest soll für alle attraktiver werden

Köln-Roggendorf/Thenhoven
In einer äußerst knappen Abstimmung haben die Delegierten im vergangenen Oktober für die Umstrukturierung ihres Heimatfestes gestimmt. Somit wird ab 2019 das Schützenfest um einen Tag verkürzt, jedoch soll gleichzeitig die Attraktivität für alle Beteiligten, sowohl Mitglieder als auch Besucher, gesteigert werden.


„Wir drücken mehr oder weniger den Reset-Knopf und gehen ein bisschen zu den Anfängen zurück“, sagt Brudermeister Ingo Schauff. „Die zurückgehende Resonanz im Festzelt an Schützenfestdienstag ließ uns zu dem Entschluss kommen, dieses Thema bei unseren Mitgliedern anzusprechen. Es wurde lebhaft diskutiert, Arbeitskreise gebildet, und nun denken wir, mit einem abgewandelten Festablauf unser Heimatfest attraktiver und zukunftssicherer gestaltet zu haben“, so Schauff weiter.

Insgesamt 6 Monate wurde am Konzept gefeilt, ehe Mitte Januar über den neuen Festablauf abgestimmt wurde. „Uns ist bewusst, dass wir nach unserem diesjährigen Schützenfest an der einen oder anderen Stelle noch nachjustieren müssen. Aber die Entscheidung ist gefallen und wir vom Vorstand bitten alle Schützen und Festbesucher, diesem neuen Konzept eine Chance zu geben“, sagt Schriftführer Daniel Brünker.

Die Tage Schützenfestfreitag bis Schützenfestsonntag bleiben bis auf kleine Anpassungen identisch. Lediglich am Samstag wird das Regiment 15 Minuten früher vom Festzelt aus abmarschieren. „Somit wollen wir gewährleisten, dass wir pünktlich gegen 19.00 Uhr am Denkmal zum Großen Zapfenstreich eintreffen und so die Zuschauer nicht auf uns warten müssen“, erklärt Brudermeister Schauff.

Die größte Veränderung wird am Schützenfestmontag ab dem Schützenkönigsschießen (16.30 Uhr) stattfinden. Das Schießen soll durch ein kleines Platzkonzert am Schießstand aufgewertet werden. Gegen 17.30 Uhr soll dann feststehen, wer künftig das Doppeldorf regiert. Nach Brudermeister Ingo Schauffder traditionellen Huldigung im Festzelt durch das Regiment und der Bürger wird ab 18.00 Uhr ein DJ die Königsparty einleiten. Um 18.45 Uhr marschiert das Regiment in Richtung Schützenheim zur Abholung der Majestäten, von dort aus geht es umgehend weiter zur Kirche. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich dem Festzug anzuschließen. Um 19.00 Uhr erfolgt dann die feierliche Krönung. Für alle Festzeltbesucher, die nicht mit zur Krönung gehen, wird im Festzelt die Königsparty ununterbrochen weitergehen. Nach der Huldigung vor der Kirche wird das Regiment zurück zum Zelt marschieren. Auch hier können sich alle dem Zug erneut anschließen. Um 20.00 Uhr fällt der Startschuss zur Krönungsparty; hier wird der Fokus aufs Feiern gelegt. Der Aufmarsch der Züge und Ortsvereine zur Gratulation der neuen Majestäten wird auf den Königsehrenabend verlegt. Durch den Wegfall dieser langatmigen Prozedere erhofft man sich keinen Stimmungsabfall bei den Schützen und Festzeltbesuchern.

Auch wird das Festzelt neu gestaltet und aufgeteilt. „Hierzu möchten wir aber noch nicht viel sagen, außer: Es wird alles viel familiärer und es ist auf Stimmung ausgelegt. Lassen Sie sich überraschen“, sagt Schauff.

Eine weitere Herausforderung für die Bruderschaft stellt die Lärmproblematik dar. „In den vergangenen zwei Jahren haben sich leider ein paar wenige Anwohner aus Roggendorf/Thenhoven und Worringen über die Lautstärke beschwert und das Ordnungsamt informiert“, sagt der Brudermeister. „Nur durch gutes Zureden und Reduzierung der Lautstärke ist es uns gelungen, Schlimmeres über die Festtage abzuwenden. Leider ging die Stimmung dadurch regelrecht in den Keller“, so Schauff weiter. „Wir haben Schützenfest, eine mehrere Jahrzehnte anhaltende Tradition in unserem Dorf, und da muss es uns doch erlaubt sein, vier Tage lang feiern zu dürfen. Es ist ja nicht so, dass bei uns im Ort jedes Wochenende Ausnahmezustand herrschen würde“, ergänzt Schriftführer Brünker. „Ich appelliere an alle, uns diese Freude zu lassen und lade Sie recht herzlich dazu ein, mit uns zu feiern. Dann werden Sie sehen, wie fröhlich und friedlich unser Heimatfest von statten geht – werden Sie ein Teil unserer Schützenfamilie.“

Um diese Problematik jedoch in den Griff zu bekommen und um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wird die Bruderschaft kurzfristig ein Lärmgutachten erstellen lassen. „Wir hoffen, dass uns dieses Gutachten Anhaltspunkte liefern kann, die Lärmbelästigung für die Anwohner in den Griff zu bekommen“, so Schauff. „Wir tun unser Bestes, das kann ich Ihnen versichern.“


WorringenPur.de/28.01.2019
Bericht: Dieter Zybell
Fotos: SJB
mit freundlicher Unterstützung von SJB
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski